Aktuelles aus der Praxis

Mediziner meinen: Videosprechstunden sind zwar super, erreichen aber noch nicht alle

Wer mit Dr. Andreas Schlüsche über das Thema Videosprechstunden reden möchte, der sollte etwas Zeit mitbringen

Wer mit Dr. Andreas Schlüsche über das Thema Videosprechstunden reden möchte, der sollte etwas Zeit mitbringen. Nicht, weil der Allgemeinmediziner aus Rehden Schwierigkeiten hat, auf den Punkt zu kommen, sondern weil er gerne die Gelegenheit nutzt, um einmal durch seine Praxis und das restliche Ärztehaus an der Nienburger Straße zu führen. Die Eindrücke helfen zu verstehen, warum Videosprechstunden für ihn und seine Frau, Dr. Anne-Kristin Schlüsche, keine Zusatzbelastung, sondern ein Schritt in Richtung Zukunft sind.

 „Videosprechstunde, das fiel uns leicht“, erzählt Sportmediziner Dr. Andreas Schlüsche, während er an hochmodernen Geräten für 4D-Analysen, Traktions- und Stoßwellentherapien oder neuromuskuläres Training vorbeigeht. Als das Ärztepaar 2011 die Praxis übernahm, setzte es bereits auf neuste Technik und ein komplett papierloses Büro. Dann kam Corona, die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) machte den bürokratischen Weg für den Einsatz von Videosprechstunden frei – und Schlüsches waren sofort am Start.

In die Videosprechstunde kämen vor allem Patienten, die eh schon viel Technik in ihrem Alltag nutzen, berichten Schlüsches. Auch wenn sie regelmäßig Werbung für die neue Möglichkeit in Altenheimen oder bei ihren Hausbesuchen machen würden: Die meisten zögen den klassischen Arztbesuch noch vor – trotz Corona-Pandemie.

Bei der Umsetzung zeigen sich auch schnell die Grenzen der Technologie. „Halten Sie bitte einmal ihre Hand in die Kamera“, sagt Anne-Kristin Schlüsche zu Mirko Schnee. Der 24-jährige Handballer aus Sulingen und Test-Patient an diesem Tag hebt die Hand. Kurz sind fünf pixelige Finger zu erkennen, dann ist das Bild weg. Keine Seltenheit, wie Schlüsche zugibt. Gerade das Internet auf dem Land mache oft Probleme. Das Fazit der beiden Mediziner: Videosprechstundensind zwar super, erreichen aber noch nicht alle.

 

Kreiszeitung Diepholz - Luka Spahr